Änderungen im Jugend-Wettkampfprogramm ab 2012
11.10.2011 | DLV News | Eberhard Vollmer
Im Frühjahr wurde die Neufassung der Deutschen Leichtathletik-Ordnung (DLO) beschlossen, die ab dem 1. Januar 2012 gelten wird. Nach der Beschlussfassung wurde zwar ausführlich über die Inhalte berichtet und diskutiert, aber einige unstrittige Neuerungen wurden meist übersehen.
Zur Information der Vereine, Übungsleiter und Veranstalter wird hier noch einmal eine Zusammenfassung von wesentlichen Änderungen gegenüber den bisherigen Regeln aufgelistet.
- Die weibliche U18 (bisher wJB) wirft ab 2012 nicht mehr mit dem 4-Kilogramm-Hammer sondern mit dem 3-Kilogramm-Hammer (wie die weiblich U16 / A-Schülerinnen bisher auch schon). Dies ist eine Angleichung an eine internationale Regeländerung, die ebenfalls ab 2012 gilt. Weitere internationale Neuerungen werden in Deutschland erst ab 2013 übernommen (3 kg-Kugel für die weibliche U18; 500 Gramm-Speer für die weibliche U18 und U16).
- Die weibliche U14 (W12/W13) wirft zukünftig nicht mehr mit dem 80 Gramm-Wurfball sondern mit dem 200 Gramm-Ball. Dies gilt auch für den Ballwurf als Bestandteil von Mehrkampf, Blockwettkampf und DJMM. Die Punkte müssen also ab 2012 aus der entsprechenden Tabelle (200 statt 80 Gramm) abgelesen bzw. berechnet werden! Der 80 Gramm-Schlagball kommt damit nur noch in der Kinder-Leichtathletik vor.
- In der männlichen U16 (M15/M14) und der männlichen U14 (M13/M12) ist nicht mehr der 1.000 Meter-Lauf die Standard-Mittelstrecke für Meisterschaften und Bestenlisten, sondern nun die 800 Meter-Strecke. Für Landes- und Kreismeisterschaften müssen deshalb die Ausschreibungen entsprechend geändert werden. Für die männliche U14 wird auch die Staffel geändert (3x800m statt 3x1.000m), in der U16 bleibt es bei der 3x1.000 Meter-Staffel, weil diese auch in den älteren männlichen Klassen gelaufen wird. In der DJMM wird in allen Klassen und Gruppen ebenfalls 800 Meter statt bisher 1.000 Meter gelaufen.
- Im Siebenkampf der weiblichen U16 (W15/W14) ist die Disziplin-Reihenfolge nicht mehr den älteren Klassen angepasst, sondern wird so verändert, dass am ersten Tag ein Vierkampf gewertet werden kann, also 1. Tag: 100 Meter, Weit, Hoch, Kugel und 2. Tag: 80 Meter Hürden, Speer, 800 Meter (Weit und Hürden gegenüber früher getauscht).
- In der männlichen U16 (M15/M14) wird der Achtkampf durch einen Neunkampf ersetzt (bisheriger Achtkampf plus 100 Meter-Lauf). Damit kann wie beim Siebenkampf der gleichaltrigen Mädchen der erste Tag als Vierkampf gewertet werden.
- In der U14 (männlich und weiblich) gibt es ab 2012 nicht mehr drei verschiedene Blockwettkämpfe sondern nur noch einen Basis-Blockwettkampf. Er entspricht dem bisherigen Blockwettkampf Lauf und setzt sich zusammen aus 75 Meter, 60 Meter Hürden, Weitsprung, 200 Gramm-Ballwurf und 2.000 Meter.
- Die meisten Veränderungen gibt es in der Mannschafts-Meisterschaft (DMM). Hier sollten sich die interessierten Vereine und Startgemeinschaften im Anhang 2 der neuen DLO gezielt informieren, was für die Klasse, in der man teilnehmen möchte, gilt.
Was ändert sich noch ab dem 01. Januar 2012?
Aus dem Bericht: „Was ist anders an der neuen DLO?“ 09.04.2011 | DLV News | Eberhard Vollmer
- Die Nachwuchsklassen werden neu benannt: Es ist jetzt durchgängig die Bezeichnung „U“ eingeführt. Aus der A-Jugend wurde U20 und aus den B-Schülern U14. Für die Kinderklassen U12 und jünger entfallen die meisten formalen Regelungen (z.B. zu Vereinswechseln).
- Ab 2012 gestrichen ist, sind die Passagen zum Papier-Startpass, da es statt des früheren Startpasses inzwischen nur noch eine elektronische Startberechtigung gibt. Damit entfällt auch die Vorgabe, dass ein Startpass beim Wechsel von der A-Jugend in die Männer/Frauen-Klasse und beim Wechsel in die Seniorenklasse jeweils neu ausgestellt werden musste.
Das Vorhaben, dadurch „Karteileichen“ zu vermeiden, war nicht gelungen. So ist die neue Startberechtigung in den meisten Landesverbänden solange gültig, bis der Sportler eventuell den Verein wechselt (und wenn er seinem Verein treu bleibt, eben unbegrenzt). In den Landesverbänden, die eine jährliche Startrechts-Gebühr eingeführt haben, gelten ergänzende Regelungen.
- Wenn die Disziplin im Wettkampfprogramm der eigenen Altersgruppe vorkommt, ist eine Wettkampfteilnahme in allen älteren Klassen ab 2012 erlaubt.
- Sonderregelungen gestrichen
Es darf zum Beispiel eine zwölf Jahre alte Schülerin im 800 Meter-Lauf in der Frauenklasse antreten. Die IWR erlaubt schon seit einigen Jahren, dass verschiedene Altersklassen in einem Lauf zusammen starten dürfen.
- Das Teilnahmerecht von Ausländern an Deutschen Meisterschaften wurde vereinfacht. So dürfen Sportler mit einer EU-Nationalität schon bei Deutschen Meisterschaften antreten, wenn sie seit einem Jahr die Startberechtigung für einen DLV-Verein haben. Lediglich bei Athleten aus Nicht-EU-Ländern bleibt es bei der Vorgabe, dass sie nicht an den nationalen Titelkämpfen ihres Heimatlandes teilnehmen dürfen und seit einem Jahr ihren Hauptwohnsitz in Deutschland haben müssen.
- Weggefallen ist auch die bisherige Bestimmung, dass man bei einer Veranstaltung die gleiche Disziplin nur in einer Altersklasse bestreiten darf. Zukünftig ist es also erlaubt, dass ein Jugendlicher zunächst am Kugelstoßen der U20 teilnimmt und etwas später noch einmal am Kugelstoßen der Männer.
- Die gravierendsten Neuerungen der neuen DLO enthält der Anhang, der sich mit der Mannschaftsmeisterschaft (DMM) befasst. Weil seit Jahrzehnten die Beteiligung in der Männer/Frauen- und den Jugendklassen stetig sinkt, wurden Wettkampfgruppen gestrichen, in denen zuletzt kaum noch Vereine starteten. So fällt bei den Männern und Frauen die Bezirksliga weg. Die anderen bisherigen Ligen heißen nun wieder Gruppen. In den Jugendklassen (auch in der U16) wird die Gruppe 4 gestrichen, in der U18 zusätzlich auch die bisherige Gruppe 1.
- Aufnahme des Hammerwerfens in das Wettkampfprogramm der 12- und 13-jährigen Mädchen
- Die Namen von LGs und von Startgemeinschaften dürfen nicht länger als 20 Zeichen sein.